Vorkommen - Hausstaubmilben

Vorkommen

 

Nach verschiedenen Untersuchungen sind bis zu 35 % der Erwachsenen gegen Hausstaubmilben sensibilisiert. Ökologische Nischen und Lebensräume finden Hausstaubmilben im gesamten Wohnbereich des Menschen. Sie leben dort, wo ausreichend Nahrung vorhanden ist, wo günstige klimatische Verhältnisse herrschen und wo ihnen das Material Schutz bietet.

Ihr Vorkommen hängt also von verschiedenen Faktoren ab. Im Folgenden sollen die Orte der Milbenbesiedelung unter verschiedenen Gesichtspunkten erörtert werden.

Gebäude

In neuen Gebäuden und Häusern kommen meist noch keine Hausstaubmilben vor. Durch die Bewohner werden sie in die Wohnungen eingetragen und besiedeln dort bevorzugte Standorte. Binnen zwei Jahren kann ihre Population so stark anwachsen, dass sie ein allergenes Risiko darstellen können. Nach der sog. Erstbesiedelung besteht im weiteren zeitlichen Verlauf nur noch ein geringer Zusammenhang zwischen dem Alter eines Gebäudes und der Anzahl der Hausstaubmilben.

Oft sind ältere Häuser feuchter und daher besonders stark mit Milben und Pilzen belastet. Im Gegensatz dazu sind Neubauten allgemein trockener und somit milbenärmer, weil sie flächendeckend mit Zentralheizung erwärmt werden. Von den rund 100000 taxonomisch erfassten Pilzarten sind etwa 340 von allergologischer Bedeutung.

Aus medizinischer Sicht sind besonders die vier Gruppen: Ascomyceten (Schlauchpilze), Zygomyceten (Jochpilze), Basidiomyceten (Ständerpilze), Fungi imperfecti wichtig. Dabei sind die Allergenträger vorrangig die Pilzsporen und nur in geringem Maße die Myzelien. Die eigentlichen Allergene sind Pilz oder Sporenbestandteile sowie Pilz-Stoffwechselprodukte - zumeist leicht flüchtige Exoenzyme. Diese erreichen bei Einatmung auch die kleinsten Lungenalveolen, wo sie die exogen-allergische Alveolitis hervorrufen können - also eine verszögerte allergische Immunreaktion vom Typ 3 (Immunkomplexreaktion) oder Typ 4 (zelluläre Immunität).

Allergische Symptome nach Allergen-Inhalation treten meist nach einer Latenz von 3,5 bis 12 Stunden auf. Pilze bevorzugen realtive Luftfeuchten von über 65% r.F. und Temperaturen von 18° bis 32° C. Je nach Pilzart und Klima beträgt der atmosphärische Sporengehalt 104 bis 106 Sporen/m3. In der Betthöhle und in der bettnahen Umgebung finden Pilze und Sporen demnach bevorzugt günstige Standorte und beaufschlagen die Atmung der Schläfers in besonderem Ausmaß mit Allergenen. Schimmelpilz-Allergiker sing häufig gegen mehrere Schimmelpilzarten sensibilisiert, was auch auf der hohen Kreuzreaktivität zwischen den Schimmelpilzspezies beruht. Im übrigen kommen Pilze und Pilzsporen zu jeder Jahreszeit im Haus sowie im Freien ubiquitär vor.

Die Luftfeuchtigkeit ist das entscheidene Faktum bei der Milben und Pilzbesiedlung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass um so mehr Hausstaubmilben und Allergene auftreten, je höher die Bewohnerzahl und somit die Feuchteproduktion in einem Haushalt ist. Analog verhält es sich in Räumlichkeiten und Gebäuden (Massenunterkünften, Heimen, Schulgebäuden u.ä.) mit höherer Personen-Belegungszahl und /oder ungenügender Lüftung und /oder feuchten Wänden verschiedener Ursache.

Studien über den Zusammenhang zwischen Vorkommen der Hausstaubmilben und Haustierhaltung ergaben folgene Ergebnisse: Staubproben aus Haushalten mit einer Katze waren erstaunlicherweise weniger mit Milben belastet als Proben aus Haushalten ohne Katze. Dagegen fand man höhere Milbenkonzetrationen in Staubproben von Haushalten mit einem Hund bzw. mit Hund und Katze. Dieser Sachverhalt ist allerdings noch nicht genügend geklärt.

 

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