Ökosystem - Entwicklungsstadien
Das Vorkommen der verschiedenen Entwicklungsstadien im Mikrohabitat der Hausstaubmilben wurde 1992 von M. J. Colloff (47) untersucht. Bisher gibt es nur diese eine wissenschaftliche Arbeit zu dieser Thematik. Aufbauend darauf kann gesagt werden, dass in 75 % aller Fälle die unreifen Milbenstadien dominieren. Allerdings kann die Altersstruktur der Milben starken Schwankungen unterworfen sein. Je nach Milbenspezies können bestimmte Entwicklungsstadien dominieren.
Bei Populationen von Dermatophagoides pteronyssinus überwiegen meist die unreifen Stadien (Larven, Protonymphen und Deutonymphen), gefolgt von Eiern und erwachsenen Tieren. Bei Euroglyphus maynei finden sich mehr erwachsene als unreife Tiere; die Minderheit bilden hier die Eier.
Eiablage
Die Eiablage und Entwicklungsgeschwindigkeit der Milben ist ebenso wie ihre gesamte Entwicklung von den Umweltfaktoren abhängig. Die Eiphase ist resistenter gegenüber Umwelteinflüssen, wie z. B. Trockenheit, und besitzt daher ein sehr viel geringeres Mortalitätsrisiko als alle anderen Entwicklungsstufen. Daher sind die Eier der Hausstaubmilben ein wichtiger Faktor bei der Wiederbesiedelung von Ökosystemen.
Aussehen der Eier
Das Aussehen der Eier wurde in der Arbeit von M. J. Colloff erstmals als oval oder zylindrisch beschrieben. Eier von Vorratsmilben sind in der Regel runder als die der Hausstaubmilben. Die Länge der Eier von Dermatophagoides pteronyssinus beträgt 151 ±9 µm, ihre Breite 59 ±5 µm. Eier von Euroglyphus maynei sind etwas kleiner (Länge: 122 ±9 µm; Breite: 55± 6 µm).
Bisher wurden Milbeneier in die Überlegungen zur Bekämpfung der Hausstaubmilben kaum miteinbezogen. Dem sollte in Zukunft vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden, da Eier einen bedeutenden Teil der Milbenpopulation ausmachen.

