Nachweisverfahren von Milben

Nachweisverfahren von Milben und deren Allergenen

Probennahme

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Proben zur Milben-bzw. Allergenbestimmung zu nehmen. Die drei wichtigsten Methoden werden im Folgenden genannt:

1) Staubproben:

Mit dem Staubsauger können Staubproben von den meisten Flächen abgenommen werden. Die Methode ist einfach, schnell und reproduzierbar; die Entnahme mehrerer Proben hintereinander ist allerdings nicht möglich, da nachfolgende Saugproben von der ersten stark abweichen würden.

Ein generelles Problem bei der Probennahme ist, dass Hausstaub auf den Flächen nicht homogen verteilt ist und Hausstaubmilben an manchen Orten vermehrt auftreten. Trotz solcher Nachteile ist die Staubprobennahme die häufigste Untersuchungsgrundlage. Die Menge der erfassten Hausstaubmilben liegt bei toten Tieren zwischen 55 und 90% und bei lebenden allerdings nur nahe 20%, wegen ihrer Eigenschaft, sich aktiv an Fasern festzuhalten. Die Staubproben eignen sich für alle nachfolgend beschriebenen Nachweisverfahren.

2) Mobility Methode:

Bei dieser Methode wird die natürliche spontane Mobilität der Hausstaubmilben ausgenutzt. Dazu wird ein Textil mit einer klebenden Schutzfolie überzogen (z. B. Tesa-Klebefolie). Diese wird mit einer Glasplatte beschwert und gegen Lichteinfall geschützt. Es sollte eine gute Haftung zwischen dem textilen Untergrund und der Klebefolie bestehen.

Nach 24 Stunden kann die Folie abgezogen werden. Auf ihr befinden sich nun Hausstaubmilben, die auf ihrer Wanderung an der Folie kleben geblieben sind. Bis zu 30 % der lebenden Hausstaubmilben pro Untersuchungsfläche können damit erfasst werden. Diese Methode eignet sich zur Milbenzählung unter dem Mikroskop.

3) Heat Escape Methode:

Milben wandern bei hohen Temperaturen zu kühleren Orten, da sie sehr sensibel auf Trockenheit reagieren. Davon macht die Heat Escape Methode Gebrauch. An einer Seite des Textils wird eine Heizung angebracht, die den Milben unangenehm hohe Temperaturen bereitet. Folglich fliehen die Milben auf die kühlere Seite des Textils. Dort wird vorher der in etwa gleiche Versuchsaufbau wie bei der Mobility Methode angebracht.

Das Sammeln der Milben dauert hier nicht so lange, da die Wanderungsgeschwindigkeit der Milben durch die Temperaturerhöhung gesteigert ist. Etwa 65 ± 5 % der Hausstaubmilben pro Untersuchungsfläche können nachgewiesen werden. Ebenso wie in den Proben der Mobility Methode sind auch in den Proben der Heat Escape Methode nur lebende Hausstaubmilben erfasst. In der Regel werden diese mittels Mikroskop ausgezählt.

Milbenzählung unter dem Mikroskop

Unter dem Mikroskop ist es möglich, die einzelnen Milben zu erkennen und nach ihrer Art einzuteilen. Durch Auszählung einer bestimmten Probenmenge kann auf die gesamte Milbenpopulation geschlossen werden. Dazu müssen die Milben zunächst von anderen Partikeln und Schmutzstoffen der Proben getrennt werden.

Dies geschieht zum Beispiel durch das sog. Floating oder andere Filtermethoden. Der Nachweis von Milben erfolgt bei dieser Methode direkt. Dabei kann unterschieden werden zwischen den einzelnen Spezies, zwischen lebenden und toten Milben sowie zwischen erwachsenen und unausgereiften Entwicklungsstadien.
Schwierigkeiten bei der Anwendung dieses Verfahrens sind: ausreichende Qualifikation und Übung des Untersuchers, die Nicht-Erfas-sung der Milbenfäzes, die Anwendung verschiedener Verfahren der Probennahme und der hohe Zeitaufwand pro Untersuchung, wodurch eine Anwendung bei größeren Studien meist nicht möglich ist.

 

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