Schleimhaut

Schleimhaut

Innere Oberflächen (Schleimhäute), die mit der Umwelt bzw. Stoffen aus ihr direkt in Kontakt kommen, finden sich im Respirations-, Gastrointestinal- und Urogenitalbereich. Diese Grenzschichten bilden, ähnlich wie die äußere Haut, sowohl physikalische als auch chemische Barrieren gegen das weitere Eindringen fremder Agenzien in den Organismus.

Schleimhaut: Der Aufbau

Hinsichtlich allergischer Reaktionen ist die Auskleidung des Respirationstraktes von besonderer Bedeutung. Zunächst einmal reicht die äußere Haut etwas in die Nasenvorhöfe (vestibulum nasi) hinein, wo Talgdrüsen und Nasenhaare das Eindringen von Fremdkörpern, Staub etc. reduzieren. Auf dem weiteren Weg zur Lunge passiert die Luft die oberen Luftwege, d.h. Nase und Rachen. Hier streicht sie über Schleimhaut, deren lockeres, von Blutgefäßen durchzogenes Schleimhautbindegewebe von Zylinderflimmerepithel mit zahlreichen Becherzellen überzogen ist.
Dieses ›Flimmerepithel‹ kleidet auch die unteren Luftwege, nämlich Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen mit Ausnahme der Alveolen aus.

Schleimhaut: Die Aufgabe

Es ist Aufgabe der Atemwege, die Luft zu erwärmen, zu befeuchten und zu reinigen. Zu diesem Zweck enthält das Flimmerepithel neben den Flimmerhärchen (Zilien) Becherzellen und subepitheliale Drüsenzellen, die ständig Schleim produzieren. Dieser wird durch die Flimmerhärchen (200– 300 Härchen pro Epithelzelle) auf der Oberfläche verteilt, um den Respirationstrakt vor Infektionen zu schützen. Am feuchten Schleim bleiben eingeatmete Partikel, wie Stäube, Keime, Aerosole je nach Größe haften.

Wie andere Drüsensekrete auch, enthält der Schleim Stoffe, wie z. B. Lysozym, zur Inaktivierung von Viren und Bakterien.

Der Schleim wird durch die ständige wellenförmige Bewegung der Flimmerhärchen in Richtung Rachen transportiert und dort verschluckt oder abgehustet. Die Zilien schlagen dabei etwa 10 –20 mal pro Sekunde und bewegen den Schleim mit einer Geschwindigkeit von ca. 1 cm pro Minute rachenwärts. Die Höhe des Flimmerepithels (6–9 µm; Ø ca. 0,2 µm) nimmt mit zunehmender Verzweigung des Bronchialbaumes ab. In den Alveolen sind keine Zilien und schleimproduzierenden Zellen mehr vorhanden, da diese den Gasaustausch behindern würden.

Schleimhaut: Die Voraussetzungen

Voraussetzung für die Funktion des Reinigungsmechanismus im Atemtrakt ist die volle Funktionsfähigkeit der Zilien. Bestimmte Faktoren
beeinträchtigen sie allerdings in ihrer Aktivität, was bis zu ihrer völligen Zerstörung führen kann. Dazu zählen Tabakrauch, trockene und kalte Luft, Infektionen der Atemwege, Giftstoffe, Alkohol u.a.
Wird der Schleim nicht mehr abtransportiert, sammelt er sich in der Lunge an. Er stellt dort einen idealen Nährboden für Mikroorganismen und somit eine Gefahr für Infektionen dar. Als Abhilfe löst angesammelter Schleim einen Hustenreflex aus, der schon rein äußerlich auf eine eingeschränkte Funktionstüchtigkeit des Selbstreinigungsmechanismus hindeutet.

Schleimhaut: Sonstige Schutzmechanismen die der Schleimhaut ähnlich sind

Weitere Schutzmechanismen und Sekrete von Körperoberflächen sind: 

  •  Tränenflüssigkeit (Lysozym enthaltend) 
  •  Zerumen im äußeren Gehörgang
  •  Speichel (Enzyme enthaltend) in der Mundhöhle
  •  Magensäure (pH 2) und Verdauungssekrete (Enzyme enthaltend)
  •  Schleim im Magen-Darm-Trakt
  •  Darmbakterien im Dickdarm
  •  Antimikrobieller Urin
  •  Schleim im Urogenitalbereich der Frau
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