Hausstaubmilben und Allergien
Allergologie
Krankheitsbilder einer Hausstaubmilbenallergie sind hauptsächlich Rhinitis (45%), Asthma bronchiale (34%) und atopische Dermatitis (7 %); weiterhin kommen Rhinokonjunktivitis und andere allergische Erscheinungen vor.
Auch andere nicht-allergische Erkrankungen können durch Milben ausgelöst werden. Dazu zählt die sog. ›Milbenkrätze‹. Sie ist eine erworbene Dermatose infektiös parasitärer Ursache, die von ›kleinen‹ Milben (Scabies) hervorgerufen wird. Zu diesen gehören u. a. auch die HM. Das Weibchen bohrt schräge Gänge in die menschliche Haut und legt dort Eier und Kot ab, was zu Hautentzündungen führt, die oft mit heftigem Juckreiz einhergehen. ›Große‹ Milben verursachen größere entzündliche Hauterscheinungen wie Quaddeln, evtl. mit zentralen Bläschen, als die ›kleinen‹ Milben.
Beispielsweise beschreiben K. Bernhard et al. den Fall eines kleinen Mädchens, das über starke Abdominalbeschwerden klagte. Auf der Suche nach dem Ursprung der Symptome wurde eine starke Belastung der Unterwäsche mit Hausstaubmilben und eine teilweise Besiedelung der unteren Harnwege diagnostiziert. Die Beschwerden konnten durch eine ärztlich-medikamentöse sowie durch die externe hygienische Bekämpfung der Hausstaubmilben vollständig beseitigt werden.
Allergische Symptome treten oft perennial, d.h. während des ganzen Jahres auf – zeigen jedoch zumeist in den Sommer- bis Herbstmonaten Maxima. Dadurch besteht die Gefahr, dass allergische Erkrankungen mit Erkältungserscheinungen verwechselt werden, die ebenso häufig zu Beginn der kalten Jahreszeit vorkommen.
Durch die Dauerbelastung mit Allergenen fehlen dem Körper notwendige Erhohlungsphasen, so dass er gesundheitlich ständig beeinträchtigt und leistungsschwach ist. Hinzu kommt ein dadurch bedingtes erhöhtes Sensibilisierungsrisiko gegenüber anderen Allergenen sowie eine allgemein erhöhte Infektgefährdung.
Deswegen sollten Hausstaub-, Milben- und Pollenallergiker ihren Erholungsurlaub in Gebirgsregionen oberhalb von 1.100 Höhenmetern planen, wo derartige Allergene kaum noch oder gar nicht mehr vorkommen. Für Patienten mit allergischem Asthma oder obstruktiver Bronchitis – beruflich oder privat erworben – eignen sich besonders Meeresklimata, Meer-wasser-Inhalationen oder die inhalativen Möglichkeiten einer Prostanoidtherapie.
Der Verdacht auf eine Allergie kann mit Diagnoseverfahren untersucht werden. Bei der Hausstaubmilbenallergie ist besonders zu beachten, dass die Anamnese der Patienten nicht sehr aussagekräftig ist. Auch die Haut- und Bluttests bieten häufig keine vollständige Sicherheit. Daher wird bei Verdacht auf Hausstaubmilbenallergie in vielen Fällen der nasale Provokationstest durchgeführt.

