Hausstauballergene

Hausstaubmilben - Allergene

Hausstaub ist eine der bedeutendsten Quellen für inhalative Allergene. Eine Vielzahl allergener Substanzen ist darin enthalten. Obwohl hauptsächlich Hausstaubmilben und deren Allergene im Staub vorkommen, finden sich darin auch viele Allergene von Pilzen. So wurden bspw. alleine in Cladosporium herbarum 36 Allergene nachgewiesen.

Die Allergene der Milbenspezies Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae sind bisher am gründlichsten untersucht und spezifiziert worden.

Major- und Minor-Allergene

Allergene sind meist Polypeptide (10–100 Aminosäuren – AS) oder Proteine (> 100 Aminosäuren) mit Molekulargewichten (MG) zwischen 5.000 und 50.000, deren Sensibilisierungspotenz durch chemischen Aufbau und Kombination der allergenen Determinanten (Epitope) bestimmt wird. In Abhängigkeit von Häufigkeit, Bindungsaffinität zu basophilen Granulozyten und Mastzellen sowie Stimulationsvermögen der IgE-Synthese werden Major-, Intermediär- und Minor-Allergene unterschieden.


Major-Allergene sind antigene Proteine, auf die mehr als 50% der Allergikerpopulation ansprechen.
Minor-Allergene rufen bei weniger als 50% der Betroffenen eine Antigen-spezifische IgE-Antikörperreaktion hervor.

 

In Extrakten von Hausstaubmilben wurden mehr als 50 verschiedene Antigene entdeckt. 13 davon binden sich an Immunglobuline der Klasse E und sind somit Allergene. Durch epidemiologische Untersuchungen an verschiedenen Personengruppen fand man zwei Allergene, auf die mehr als 50% der Versuchspersonen reagierten. Man spricht daher von zwei Hauptallergenen oder ›Major-Allergenen‹.

Nach der Nomenklatur der Allergene haben sie die Namen Der p I, Der p II, Der f I und Der f II. Die Kürzel werden gebildet durch die ersten drei Buchstaben der Tierfamilie, den ersten Buchstaben der Spezies und eine römische Zahl für weitere Untergruppierungen: Allergene der Gruppe eins (Der p I und Der fI) und der Gruppe zwei (Der p II und Der f II).

Die Allergene der Gruppe eins (G I) sind hitzelabile, sehr leicht lösliche Glykoproteine. Sie verlieren bereits 50 % ihrer Antigenität bei einem einstündigen Aussetzen bei 56°C. Im pH-Bereich von 4 bis 10 sind sie stabil. Ihr Molekulargewicht liegt zwischen 24.000 bis 27.000 Dalton.
Das G I-Allergen von Dermatophagoides pteronyssinus (Der p I) hat ein Molekulargewicht von 25.134 Dalton und besteht aus 222 Aminosäurestücken. Dieses Allergen findet man vor allem in den Fäzes der Milben.

Ein Pellet von Dermatophagoides pteronyssinus enthält etwa 0,1 ng Der p I. Das Allergen Der fI (Dermatophagoides farinae I) besitzt nahezu die gleichen physikalischen Eigenschaften wie Der p I.

Allergene der Gruppe zwei (G II) sind leicht lösliche Proteine mit 14.000 bis 15.000 Dalton. Ihre Stabilität gegenüber Säuren und Laugen reicht von pH 2 bis 12 und ist deutlich größer als die der G I-Allergene.

Ebenso sind sie temperaturbeständiger. Die G II-Allergene sind nicht nur bei 56 °C stabil, sondern auch noch für zehn Minuten bei 100 °C. G II-Allergene sind mit Körperteilen von Milben assoziiert und finden sich nicht im Fäzes. Das bei Dermatophagoides pteronyssinus zu findende Allergen Der p II hat ein Molekulargewicht von 14.131 Dalton und besteht aus 129 Aminosäuren.

Die Allergenität der G I-Allergene ist allerdings um das Zehnfache höher als die der G II-Allergene. Die Fäzes der Hausstaubmilben besitzen eine 107-fach stärkere allergene Potenz als ein Milbenextrakt.
Ein weiteres wichtiges Allergen ist Der pIII mit einem Molekulargewicht von etwa 29.000 Dalton, das erst kürzlich entdeckt und noch nicht genauer untersucht wurde.

 

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