Hausstauballergie
Schon seit einigen Jahrhunderten ist die krankmachende Wirkung des Hausstaubes bekannt; Sir John Floyer (1649–1734) beschrieb dieses Phänomen bereits 1698. Im Jahre 1713 berichtete Bernardino Ramazzini (1633–1714) über Atembeschwerden bei Arbeitern, die auf alten Matratzen schliefen. Erst 1921/1922 wurde von A. Kern (*1891) und R. A. Cooke (*1888) untersucht, ob Hausstaub und darin enthaltene biologische Elemente für die beschriebenen Beschwerden verantwortlich zu machen sind.
Von Dekker wurde erstmalig angenommen, dass eine Vorratsmilbe, nämlich die bekannte Spezies Glycyphagus domesticus, der Erreger des allergischen Asthma sein könnte.
Hausstauballergie: Hausstaubmilben wurden anfänglich nicht mit Allergien verbunden
Seit 1952 ist die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus bekannt. Zu dieser Zeit glaubte man, dass sie in sehr geringen Mengen im Hausstaub vorkomme und nicht in Zusammenhang mit allergischen Erscheinungen stehe. R. Voorhorst und seinen Mitarbeitern gelang im Jahre 1964 dann der wissenschaftliche Durchbruch. Sie beschrieben die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus als Auslöser der Hausstauballergie.
Seitdem richten sich viele Studien auf die Erforschung der Hausstaubmilben. 1978 berichtete Johanna E. M. H. van Bronswijk von weiteren Milbenarten im Hausstaub. Bis heute ist dieses Gebiet ein unerschöpfliches Forschungsthema. Immer wieder werden weltweit neue Spezies entdeckt.
Hausstauballergie: Die Forschung steht noch am Anfang
In den letzten fünf Jahren wurde weiterhin deutlich, dass auch Vorratsmilben und Raubmilben eine sensibilisierende bzw. allergene Wirkung auf den Menschen ausüben können. Die bisher gefundenen Hausstaubmilben u. a. scheinen alle blind und gehörlos zu sein, aber einen ausgeprägten Geruchssinn zu besitzen, so dass Vernichtungsmethoden über (Weg-)Lockstoffe, sogenannte Pheromone, Erfolg versprechen!

