Geographisches Vorkommen von Milben
Globale Besiedelung
Das Vorkommen von Milben und Pilzen ist ubiquitär, das bedeutet, dass sie fast überall auf dem Erdball zu finden sind. Das Vorkommen der Milben-und Pilzspezies ist jedoch regional unterschiedlich. Die bekannten Hausstaubmilben Dermatophagoides pteronyssinus und Euroglyphus maynei kommen vor allem im mittel-und südeuropäischen Raum vor.
Aus diesem Grund wird Dermatophagoides pteronyssinus auch als europäische Hausstaubmilbe bezeichnet. Das Vorkommen von Dermatophagoides farinae ist in den USA sehr häufig, daher wird sie auch amerikanische Hausstaubmilbe genannt.
In verschiedenen Ländern findet man andere Milbenarten von epidemiologischer Bedeutung. Zum Beispiel kommt in den Tropen gehäuft die Spezies Blomia tropicalis vor. Über das Vorkommen von Milben in Ländern außerhalb Europas und Nordamerikas ist bisher nicht viel bekannt.
Bezüglich Meeresniveau sind eher tief gelegene und feuchte Gebiete wie die Niederlande oder die Kölner Bucht mit dem Milbenproblem konfrontiert als höhergelegene trockene (alpine) Gebiete. Weiterhin betroffen sind Gegenden, welche am Meer, an Seen und anderen Gewässern liegen.
In Orten über 1200 m über dem Meeresspiegel sind Milben nicht mehr anzutreffen. Sie können dort wegen der klimatischen Verhältnisse nicht leben. Die Luftfeuchte ist ihnen dort zu niedrig; auch die Temperatur ist über Monate hinweg niedrig und die Heizperiode (trockene Raumluft!) daher relativ lang.
Ebenso können die bisher beschriebenen Milben in Wüstengegenden und Gebieten des ewigen Eises nicht existieren, da dort extreme Temperaturen herrschen und für die Milben die Wasserverfügbarkeit über die Luft zu gering ist.
In den meisten europäischen Ländern aber finden die Hausstaubmilben ein günstiges Klima vor.
Vorkommen in der Bundesrepublik Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland ist die häufigste vorkommende Milbenart Dermatophagoides pteronyssinus mit 87 % , gefolgt von Dermatophagoides farinae mit 7 %. Die Raubmilben sind mit 5 % vertreten; die Vorratsmilben spielen mit 1% nur eine untergeordnete Rolle. Beurteilt man das Vorkommen der Milben prozentual nach Lebensbereichen, so findet man 66,8% aller Milben im Bett, gefolgt von Polstermöbeln mit 18,6%, Teppichen mit 4% sowie sonstigen Textilien mit 10,6%.
In feuchten Küstengebieten, Niederungen, Beckenlagen und Flussauen führt die höhere Luftfeuchte zu einer höheren Milbenbesiedelung der Matratzen – kaum mehr dagegen in Unterbett, Oberbett, Decke, Polster und Teppichböden im Schlafsowie Wohnbereich.

