Epidemiologie
Allergien sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon in der griechischen Antike berichtete Hippokrates darüber. Trotzdem ist die Verbreitung von Allergien in den vergangenen Jahren gestiegen. Viele Studien beweisen dies, wie z. B. eine Untersuchung in England, die einen Anstieg allergischer Erscheinungen innerhalb von fünf Jahren (1977–1982) von 23 auf 30 % nachwies. Ebenso ist es offensichtlich, dass von dieser Zunahme besonders Kinder und Jugendliche betroffen sind.
Epidemiologie: Allergien nehmen zu
Allergien treten in den Industrieländern deutlich öfter auf als in den sog. Entwicklungsländern. Auch städtische Gegenden sind stärker betroffen als ländliche Regionen. Statistisch gesehen nehmen vor allem das allergische Asthma und die Rhinitis immer mehr zu. Inwieweit diese Zunahme einem größeren Wissen über Allergien oder verbesserter Diagnostik zuzuschreiben ist, kann zu diesem Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Schätzungsweise sind heute 15 –20% der Bevölkerung Deutschlands von einer allergischen Erkrankung betroffen. Circa 30 % der Menschen zählt man zu den stark prädisponierten Personen.
Epidemilogie: Hausstaubmilben
Obwohl die Hausstaubmilben erst an sechster Stelle der Allergen-Häufigkeitsverteilung zu finden sind, haben sie dennoch große Bedeutung in der Epidemiologie von Allergien.
Über 90% aller Allergien manifestieren sich im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Asthma bronchiale ist heute die häufigste chronische Krankheit überhaupt. Daher spielen die inhalativen Allergenträger eine große Rolle.
Neben Pollen sind Hausstaubmilben-Exkre-mente und Schimmelpilze die häufigsten Allergenträger. Man schätzt, dass bis zu 35 % der Bevölkerung weltweit gegenüber Hausstaubmilben sensibilisiert sind (Schwellenwert < 2 µg Der pI/g Staub) und auch der Schwellenwert für das Auftreten asthmatischer Symptome bei Sensibilisierten (10 µg/g) zu hoch liegt. Mindestens 9 % der Bevölkerung der USA und Westeuropas reagieren auf Hausstaubmilben allergisch.
Besonders Asthmatiker sind von Allergenen, die von den Hausstaubmilben stammen (Kot, Schuppen, Schimmelpilzsporen), stark betroffen. Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu 85 % aller Asthmatiker gegen Hausstaubmilbenkot sensibilisiert sind.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Wissen über diese Spinnentiere im Hausstaub sowohl bei betroffenen Allergikern als auch bei (noch) Gesunden sowie der Ärzteschaft mehr als bisher durch faktenreiche Informationen aufgebaut und erweitert wird, um die medikamentöse Allergietherapie durch ursächliche Gegenmaßnahmen im Hausbereich zu unterstützen (über die allgemeine Reinlichkeit hinausgehende allergolo-gisch-hygienische Reinigungsmaßnahmen).

