Veranlagung

Veranlagerung

Die genetische Veranlagungn spielt bei Überempfindlichkeitsreaktionen eine große Rolle. Genetische Veranlagung bedeutet eine genetisch bedingte Bereitschaft für eine Krankheit. Nach Schätzungen sind etwa 10 % der westdeutschen Bevölkerung für Allergien genetisch praedisponiert. (Ato-piker-)Studien über Allergieerkrankungen bei Kindern und deren Familien zeigen die Bedeutung dieses Faktums deutlich. Kinder mit einem allergiekranken Elternteil entwickeln doppelt so häufig eine Allergie wie Kinder nicht betroffener Eltern. Das Allergierisiko für Kinder steigt auf das Sechsfache an, wenn beide Eltern Atopiker sind.

Dennoch muss ein genetisch vorbelastetes Kind keine allergischen Reaktionen aufweisen, wenn schon seit Beginn der Schwangerschaft Schutzmaßnahmen konsequent verfolgt wurden. 

Veranlagung: Allergenexposition

Zwischen Allergenexposition und Allergieauftreten besteht eine enge Korrelation. Unter Exposition versteht man sowohl die zeitliche als auch die quantitative Determinante des Allergenkontakts. Dabei kann primär davon ausgegangen werden, dass bei genetisch praedisponierten Personen eine geringere Menge an Allergenen zum Auslösen einer Allergie ausreicht als bei nicht vorbelasteten Personen. Das Risiko für einen Säugling, eine Allergie zu entwickeln steigt, je mehr Familienangehörige Allergiker sind. Die Allergenexposition hängt von vielen ökologischen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die Bedingungen für den Allergenproduzenten, die Allergenproduktion und die Verbreitung der Allergene. 

Veranlagung: Kinder und Jugendliche

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder sind eher als immunologisch schwache Personen einzustufen. Noch im Mutterleib erhält der Foetus ausreichend Immunglobuline und andere der Abwehr dienende Substanzen für das spätere Leben. Im Weiteren wird über das Stillen mit Muttermilch die Übergabe derartiger Stoffe fortgeführt; deren Konzentration nimmt allerdings ab dem 2./3. Lebensmonat stetig ab. Das Kleinkind beginnt in dieser Zeit mit der Eigenproduktion solcher Abwehrstoffe. Das Immunsystem kommt gerade in diesen ersten Lebensmonaten mit vielen verschiedenen Antigenen zusammen, die das spezifische Abwehrsystem ›trainieren‹.

Im Laufe der weiteren Lebensmonate und -jahre steigt die Routine der Abläufe und immer mehr Antigene können ›abgewehrt‹ werden, ohne dass es zum Ausbruch einer Krankheit kommt.
In dieser Zeit ist aber nicht nur die Empfänglichkeit für Krankheiten, sondern auch für Sensibilisierungen gesteigert. E. R. C. Colloff spricht von einem stark erhöhten Sensibilisierungsrisiko zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat.

Veranlagerung: Höherers Risiko

Das Risiko ist besonders hoch im Falle einer genetischen Praedisposition und anderer zusätzlicher negativer Einflüsse wie z.B. Passivrauchen. Statistisch gesehen ist die Allergiehäufigkeit bei Kindern signifikant höher als bei Erwachsenen. Daher sollte besonders bei Kindern eine möglicherweise zu hohe Allergenexposition erkannt und reduziert werden, um eine frühe Sensibilisierung zu verhindern.

 

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