Biologie und Ökologie
Biologie und Ökologie
Ihrer Bedeutung auf das Allergiegeschehen wegen wird nachfolgend primär auf die Hausstaubmilben eingegangen. Insbesondere die Spezies der Familie Pyroglyphidae, vor allem Dermatophagoides pteronyssinus, ist bis heute am genauesten erforscht worden. Weiterhin geht man davon aus, dass alle anderen im Hausstaub lebenden Milbenarten ähnlichen biologischen und ökologischen Bedingungen unterliegen.
Außerdem kommt den Hausstaubmilben die bedeutendste Rolle in der Epidemiologie der ›Hausstauballergien‹ zu.
Aussehen und Größe
Hausstaubmilben, Vorratsmilben und Raubmilben besitzen ähnliche Charakteristika hinsichtlich Aussehen und Größe. Wegen ihrer geringen Größe sind sie mit dem bloßen Auge in der Regel nicht zu erkennen. Sind sie farbig oder werden sie auf dunklem Hintergrund betrachtet, kann man sie eventuell als kleine Punkte erkennen. Unter dem Mikroskop genügt eine 25-fache Vergrößerung, um die Tiere zu sehen.
Von A. Fain wurde als erstes eine detaillierte Beschreibung der Hausstaubmilben veröffentlicht:
»Small mites (adult 170– 500 µm); Cuticle finely or coarsely wrinkled; tarsi ending in a globular pulvillus and a small claw; anus ventral; vestigal genital sense organs present both sexes; vulva of the female reverse Y-or X-shaped; oil glands present and open between leg 2 and leg 3; vertical setae absent.«
Meist sind männliche Milben kleiner als deren weibliche Artgenossen. Um die Milben zu unterscheiden, gibt es sogenannte ›Pictorial keys‹, die die verschiedenen Unterscheidungsmerkmale darstellen. Unterscheidungsmerkmale innerhalb der Milbenklassen sind bspw.: Fortpflanzungsorgane, Extremitäten, Cheliceren, ›Zeichnung‹ der Körperoberfläche, Behaarung.
Mobilität
Milben haben die Fähigkeit, sich selbständig fortzubewegen. Sie wandern langsam, aber beharrlich. Das Hauptmotiv dafür ist neben dem Fluchtverhalten die Suche nach günstigeren ökologischen Bedingungen für einen dauerhaften Aufenthalt.
Hausstaubmilben streben danach, sich zu verkriechen und dem Licht auszuweichen. Mit steigender Temperatur erhöht sich ihre Mobilität.
Milben besitzen sog. Haftfüßchen, Lumboakral-System genannt, die es ihnen ermöglichen, sich an verschiedenen Materialien ›festzuklammern‹. So kann sie z. B. der Luftsog des Staubsaugers nicht erfassen. Über größere Entfernungen werden die Milben im wesentlichen passiv verbreitet. Menschen und Tiere transportieren die Milben in der Kleidung, den Schuhen, auf der Haut und den Haaren. So gelangen sie von einem Ort zum anderen und können neue Lebensräume besiedeln.

