Bevorzugte Lebensraum von Milben

Bevorzugte Lebensräume von Milben

Die menschliche Schlafstätte ist der bevorzugt mit Hausstaubmilben, Pilzen und Sporen besiedelte Ort, gefolgt von Polstermöbeln, Plüschtieren, Teppichen, Kleidung usw. Die größte Population erreichen Milben in Staubansammlungen. Besonders Knöpfe, Nähte und Reißverschlüsse sind bevorzugte Lebensräume der Milben, da sich dort in der Regel Staub ansammeln kann.

Die Anzahl der Hausstaubmilben kann bis 20.000 pro Gramm Staub liegen. Um Zahlenwerte einordnen zu können, sei angemerkt, dass 6.000 Tiere der Spezies Dermatophagoides petronyssinus pro Gramm Staub bereits eine sehr hohe Milbenkonzentration, dagegen Werte unter 100 Milben pro Gramm Staub eine geringe Belastung darstellen.

Betten

Das körpernahe Klima in der menschlichen Schlafstätte bringt den Hausstaubmilben sowie Pilzen und Sporen mehrstündig (nachts) günstige Voraussetzungen für ihre Entwicklung. Die Betthöhlentemperatur beträgt während der nächtlichen Ruhe etwa 32 bis 36° C; die Luftfeuchte kann bei starkem Schwitzen Werte von 50 bis 70% überschreiten. Duscht eine Person vor dem Zu-Bett-Gehen, so kann sich die relative Luftfeuchtigkeit kurzfristig um bis zu 20% erhöhen.

Mit zunehmendem Abstand vom Schläfer sinken Temperatur und Luftfeuchte in der Betthöhle: pro 20-cm-Schritt sinkt die Temperatur um etwa 5,9° C und die Feuchte um ca. 2%. Im Kopf- und Fußbereich kann eine besonders hohe Hautabschilferung sowie Feuchtproduktion des Schläfers während der Nacht beobachtet werden. Gründe dafür sind die hohe Schweißdrüsendichte der Haut in diesen Körperbereichen und der direkte Kontakt der Haut mit dem Bettzeug.

Daher sind auf dem KOpfkissen und um die Füße vermehrt Hausstaubmilben vorzufinden. Hohe Milbenzahlen sind nur möglich, wenn das Bett regelmäßig benutzt wird. Ist das nicht der Fall, fehlt den Milben der tägliche Aufbau der benötigten klimatischen Lebensbedingungen.Auch ist die Zahl der Hausstaubmilben abhängig von der Anzahl der Personen, die in einem Bett bzw. einem Raum schlafen. Je mehr Schläfer, desto mehr Hausstaubmilben kommen vor. Insgesamt schätzt man zwischen 0,1 - 5 Mio. Hausstaubmilben pro Bett.

Der größte Teil der Milben im Bett befindet sich in der Regel auf der Matratze. Meist bewohnen sie nur die obersten Materialschichten, da dort die Lebensbedingungen am günstigesten sind. Besonders in der Nähe von Knöpfen und Reißverschlüssen sind sie vermehrt vorzufinden. Prinzipiell ist die Menge der vorkommenden Milben unabhängig vom Matratzenmaterial (Schafwolle, Watte, Rosshaar, Kunststoff) und vom Matratzenalter (nach Erstbesiedelung).


Eine spezielle Materialeigenschaft der Kunststoffe spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Kunststoffmatratzen laden sich durch Reibung elektrostatisch auf und ziehen dadurch Staub an (Jorde und Linskens 91). Diese Staubansammlungen wirken sich wiederum günstig auf die Milben aus. Stark ausgeprägt ist diese Eigenschaft vor allem bei Polyurethanen und Polyamiden.

Die verbreitete Meinung, dass in Oberbetten, Decken und Kissen aus natürlichen Materialien, vor allem in Federbetten, mehr Milben vorkommen als in Bettzeug aus Kunstfasern, konnte wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Untersuchungen ergaben, dass Hausstaubmilben nicht durch das Hüllgewebe, das sog. Inlett, hindurchwandern.

Studien über die Milbenbelastung in Oberbetten mit verschiedenen Füllmaterialien ergaben zu 98 % ein negatives Ergebnis. Selbst in Kopfkissen mit ausgeprägten Hygienedefiziten konnten in 78 % der untersuchten Fälle keine Milben nachgewiesen werden; in den verbleibenden 22% war die Besiedelung auch nur schwach. Es ist daher keineswegs richtig, Federbetten oder anderes Bettzeug aus Naturfasern als Hauptquelle der Hausstaubmilben anzusehen.

Neben der Matratze sind Laken und Bettbezug am höchsten belastet. Dies gilt insbesondere für Bettzeug und Spannbetttücher, die nicht täglich, sondern nur zwei bis drei mal pro Benutzungsdauer (meist 2–4 Wochen) abgenommen und ausgeschüttelt werden. Dabei sind Kriterien der Betthygiene, die nachfolgend genauer behandelt werden, von großer Bedeutung.

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