Antikörper

Antikörper

Schädigungen der Haut führen zu sichtbaren Entzündungen mit den typischen Symptomen Rötung (rubor), Schwellung (tumor), Hitze (calor) und Schmerz (dolor), die eine Funktionsstörung und im schlimmsten Fall einen Funktionsverlust der betroffenen Hautstellen anzeigen. Der Ablauf der Entzündungsreaktion kann drei Stadien umfassen:

1) Durch die Aktivierung des Abwehrsystems sowie bestimmter Mediatoren, z. B. Histamin, wird eine Weitstellung der Blutgefäße bewirkt. Diese Dilatation hat eine Verlangsamung des Blutflusses und eine erhöhte Permeabilität der Blutgefäße zur Folge.

2) Den Blutgefäßwandungen lagern sich Granulozyten und Monozyten
an und diese wandern von dort, durch die Einwirkung der Fremd
strukturen angezogen, in das betroffene Gewebe.

3) Die darauf folgende Phagozytose durch Granulozyten und Makrophagen inaktiviert die eingedrungenen Organismen.
Entzündungsreaktionen haben neben der Wundheilung die Aufgabe, fremde Agenzien zu zerstören und am weiteren Eindringen in den Körper zu hindern.

Antikörper: Aufbau

Antikörper oder Immunglobuline werden von den Nachkommen der B-Lymphozyten, den Plasmazellen, produziert. Die Antikörpermoleküle sind Glykoproteine mit einem Molekulargewicht von 150.000 bis 1.000.000 Dalton. Ein gesunder Erwachsener verfügt insgesamt über etwa 1020 Antikörper gegen 1010 verschiedene Antigene.
In ihrer Form ähneln die Immunglobuline einem Y und bestehen aus vier Aminosäureketten: je zwei identische schwere Ketten (Heavy; 50.000 Dalton) und je zwei identische leichte Ketten.

Die Peptidketten sind symmetrisch angeordnet und durch Disulfidbrücken und weitere nicht-kovalente Bindungen miteinander verbunden. Am Ende der schweren Stränge findet sich je eine Kohlenhydratkette. Oberhalb des sog. ›Angelpunktes‹ (Hinged Region) sind die beiden schweren Ketten nicht mehr miteinander verbunden. Hier befindet sich die Bindung zu den leichten Strängen. Die so entstehenden Y-förmigen Enden bilden jeweils eine spezifische Antigenbindungsstelle. Es können also pro Antikörper zwei Antigene gebunden werden. Jede der vier Ketten kann in ein konstantes Teilstück (C) und in ein variables Teilstück (V) unterteilt werden. Die variablen Teile der Moleküle bedingen die Antigenspezifität.

Antikörper: Automare Masseneinheit

1 ›Dalton‹ ist eine atomare Masseeinheit, auch als ›Unit‹ bezeichnet. Sie entspricht dem zwölften Teil eines Atoms des Nukleotids 12C. Es gilt: 1 Dalton = 1 Unit (U) = 1,6605566×10–24g

Das Ende mit den konstanten Teilen der beiden schweren Stränge kann nicht mit Antigenen reagieren, bindet aber Komplexe des Komplementsystems und weitere an der Abwehr beteiligte Körperzellen wie neutrophile Granulozyten an sich.

Immunglobuline zirkulieren sowohl in freier als auch in gebundener Form als Immunkomplex im Blut oder binden an Membranrezeptoren bestimmter Zielzellen, z.B. Mastzellen. Sie führen dort zur Freisetzung bestimmter Brennstoffe, der sog. Mediatoren. Es werden fünf Immunglobulinklassen unterschieden: IgA, IgD, IgE, IgG und IgM. Sie unterscheiden sich in den Aminosäuresequenz, der Kohlenhydratkette der schweren Stränge und in der Fähigkeit, sich zu Dimeren (IgA) oder Pentameren (IgM) zu verknüpfen. Immunglobuline, die einer spezifischen Antikörperklasse angehören, haben spezielle Aufgaben in der Immunabwehr.

 

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