Allergologie

Allergologie

Clemens P. J. von Pirquet, ein Wiener Arzt (1875 –1929), versuchte 1906 durch die Einführung des Begriffs ›Allergie‹ Ordnung in die Vielfalt der Bezeichnungen zu bringen, um die Unterscheidung zwischen schadhaften und nutzbringenden Immunreaktionen deutlich zu machen. Das Wort Allergie entstammt den griechischen Bezeichnungen ›allos‹ für anders und ›ergon‹ für Werk, Tätigkeit. Allergie bezeichnet also eine veränderte Reaktionsweise, wobei neben der gesteigerten auch die verminderte Immunreaktion gemeint sein kann. Allergologie ist die Lehre der Allergien.

Heute wird unter dem Begriff Allergie im engeren Sinne die zu einer krankhaften Immunreaktion führende übersteigerte Reaktion auf ein Allergen durch Sensibilisierung verstanden. Die verminderte Immunreaktion bleibt dabei unberücksichtigt. Man verwendet neben dem ursprünglichen Begriff Allergie auch den der Überempfindlichkeitsreaktion.

Allergolgie: Abgrenzung zwischen Allergie und Pseudo-Allergie

Wichtig ist die genaue Abgrenzung von Allergien zu den sog. Pseudo-Allergien. Echte Allergien verlaufen über das spezifische Abwehrsystem. Es wird durch Antigene aktiviert, die im Falle einer Allergie als Allergene bezeichnet werden.

Bei pseudo-allergischen Erscheinungen fehlt der spezifische immunologische Auslösemechanismus. Die klinischen Symptome und Krankheitsbilder beider Erkrankungen sind gleich. Zu einer Pseudo-Allergie gehören Substanz-spezifische Reaktionen, die direkt im Körper ausgelöst werden. Unter anderem zählen dazu vasoaktive und psychoaktive Stoffe, wie biogene Amine.

Dazu gehören neben Histamin auch Serotonin, Tyramin und Phenylethylalanin. Die Aufnahme von Histamin selbst oder von Substanzen, die eine Histaminfreisetzung im Körper provozieren, führt zu typischen Allergiesymptomen wie Heuschnupfen, Asthma, etc. Stoffe, die eine Mediatorfreisetzung aktivieren (›echte‹ Allergie), kommen beispielsweise in Eiklar, Erdbeeren und Tomaten vor.
Histamin kann auch direkt über die Nahrung, z. B. durch Fisch (v.a. Thunfisch und Sardellen) aufgenommen werden.

Allergologie: Lebensmittelallergien

Weiterhin sind Lebensmittelzusatzstoffe, z. B. Farb- oder Konservierungsstoffe, in der Lage, derartige Reaktionen auszulösen. Sulfide sind möglicherweise ebenso der Grund für pseudo-allergische Erscheinungen. Sie kommen nicht nur in der Nahrung, sondern auch in manchen Medikamenten vor. Arzneimittelallergien sind zwar vergleichsweise selten, doch im Individualfall muss der Allergie-auslösende Stoff mittels Allergen-Hauttestung herausgefunden und konsequent gemieden werden – und natürlich im Allergie-Pass eingetragen sein. Oftmals sind HNO-Ärzte und Internisten im Besitz einer entsprechenden Weiterbildung zum Allergologen und tragen somit den Zusatz Allergologie mit in ihrem Titel.

 

 

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