Allergien
Allergische Reaktionen des Immunsystems rufen im gesamten Körper spezifische Symptome bzw Allergien hervor. Je nach Kombination verschiedener klinischer Symptome spricht man von unterschiedlichen Allergien. Die am meisten von allergischen Reaktionen betroffenen Gewebe sind die äußere Haut und die Schleimhäute des Atem- und Gastrointestinaltraktes. Von Inhalationsallergenen ist besonders der Hals-Nasen-Ohren-(HNO)-Bereich betroffen. Bei Überempfindlichkeit gegen Nahrungsmittel kommt es überwiegend im Magen-Darm-Trakt sowie an der Haut zu allergischen Erscheinungen. Der Begriff der Allergie wurde berreits im neuzehnten Jahrhundert durch einen Wiener Kinderarzt einegeführt.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Allergien;
- Allergien an den Schleimhäuten - Allergische Rhinitis
- Allergien an den Atemwegen - Astma bronchiale
- Allergien an der Haut - Atopische Dermatitis
- Allergien die einen akuten Notfall auslösen -Anaphylaktischer Schock
- Allergien infolge von Nahrungsaufnahme - Nahrungsmittelallergien
um nur einige Allergien zu nennen.
Allergien: Heuschnupfen - Allergische Rhinitis
Die allergische Rhinitis ist das wohl häufigste Krankheitsbild bei Inhalationsallergien. Umgangssprachlich werden diese allergischen Erscheinungen auch als ›Heuschnupfen oder Heuschnupfen Allergie‹ bezeichnet, da viele Menschen in der Nähe von frischem Heu an Schnupfen und Niesattacken leiden.
Aber nicht nur die Allergene aus dem Heu, sondern auch andere Stoffe sind Auslöser für eine allergische Rhinitis. Zu den Symptomen gehören Schleimhautschwellung, dadurch Verengung der Luftwege, Niesanfälle,
1 Pneumologie = die Lunge und Lungenkrankheiten behandelndes medizinisches Fachgebiet
Jucken der Augen, Brennen der Nasenschleimhaut und die Abscheidung wässrigen Schleims.
Häufig werden Nachbargewebe in die allergische Reaktion miteinbezogen. So kommt es häufig zu einer gleichzeitigen Entzündung der Augen-Bindehaut (Rhino-Konjunktivitis). Verantwortlich für dieses Krankheitsbild ist die Freisetzung von Histamin, Serotonin und Heparin (Mediatoren). In der Regel handelt es sich dabei um den Typ 1 der allergischen Reaktionen, die Sofortreaktion.
Allergien: Asthma bronchiale
Die Deutsche Atemwegsliga formulierte aufgrund neuer molekularbiologischer Erkenntnisse zur Asthma-Pathogenese:
»Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, charakterisiert durch bronchiale Hyperreagibilität, die mit einer variablen Atemwegsobstruktion einhergeht.« Diese Definition sollte noch um psycho-soziale Einflussfaktoren erweitert werden, um Asthma als multifaktorielles Krankheitsgeschehen darzustellen.
Asthma bronchiale wurde 1995 von den National Institutes of Health, Bethesda, USA (NIH 136) wie folgt definiert:
»Chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der eine Vielzahl von Zellen wie Mastzellen, eosinophile Zellen und T-Lym-phozyten eine Rolle spielen. Bei entsprechend disponierten Individuen verursacht diese Entzündung wiederkehrende Episoden von Pfeifen und Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit und Husten, besonders nachts und/oder früh morgens. Diese Symptome sind gewöhnlich mit einer variablen Atemwegsobstruktion verbunden, die wenigstens teilweise spontan oder unter Therapie reversibel ist. Außerdem ist die Entzündung mit einer gesteigerten Reaktivität der Atemwege auf eine Vielzahl von Stimuli assoziiert.«
Allergien: Die Asthma bronchiale fordert hierzulande bis zu 100t Todesopfer
Weltweit gesehen ist Asthma bronchiale zunehmend eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Kindes- und Erwachsenenalters mit mehr als 150 Mio. Erkrankten und hierzulande 100 000 Todesopfern pro Jahr. Doch die meisten Patienten – selbst hierzulande und in sechs weiteren Ländern Europas – erfahren aus persönlicher Nachlässigkeit und (arbeits-)medizinischer Unterschätzung des Krankheitsbildes keine optimale Behandlung.Bei Asthma bronchiale kommt es insbesondere zur Verengung und Entzündung der Luftwege und zur Einschränkung der Atmung bis hin zum Erstickungstod. Deswegen sind die wichtigsten Behandlungsgrundsätze:
- Suppression (Unterdrückung, Hemmung) der Atemwegsentzündung
- Verringerung der Obstruktion (Atemwegsverengung)
- Verminderung der bronchialen Überempfindlichkeit durch:
- Meidung von Asthmaursachen und Asthma auslösenden Allergenen
- Aggressive Pharmakotherapie
- Ergänzende Maßnahmen, wie Hyposensibilisierung, Allergie-Impfung, Nahrungsumstellung, allergologische Hygiene im Haushalt und am Arbeitsplatz, Klimatherapie u. v. m.
Allergien: Weitere Test können zusätzliche Ergebnisse liefern
Über die Einschränkung der Atemfähigkeit bei einer derartigen Überempfindlichkeitsreaktion können u.a. Lungenfunktions- und Bluttests (Serum IgE, Serum ECP4, Il-13 u.v.m.), Peak Flow Measurement, Ergospirometrie unter Fahrradergometer-Belastung Auskunft geben. Prozentual erkranken doppelt soviele Männer als Frauen an dieser Krankheit.
Durch Überlagerung von COPD und Atemwegs-allergischen Reaktionen kann das Krankheitsgeschehen noch schneller lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Dies auch unter dem Zukunftsaspekt, dass die Rate allergiekranker Kinder kontinuierlich ansteigt und heute hierzulande mindestens 30% der 12-bis 13-jährigen Jugendlichen therapiebedürftig erkrankt sind; hinzu kommen noch ca. 14% an Asthma leidende Schulkinder.

