Die Haut
Die Haut ist bei der unspezifischen Abwehr von großer Bedeutung, da sie eine entscheidende Barriere für Fremdstoffe und Fremdorganismen darstellt. Sie bildet sowohl physikalische als auch chemische Hindernisse gegen das Eindringen körperfremder Agenzien aus. Da sie die erste Barriere ist und in direktem Kontakt mit der Umwelt steht, wird sie auch als ›erste Abwehrlinie‹ bezeichnet.
Die äußere Haut ist in Bezug auf Masse und Oberfläche mit 4,5 –15 kg und einer durchschnittlichen Oberfläche von 1,7–2,2 m2 das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie untergliedert sich in 3 Hauptschichten:
- Epidermis (Oberhaut)
- Corium (Lederhaut)
- Subcutis (Unterhaut)
Haut: Epidermis
Die Epidermis, die äußerste Schicht der Haut, ist gefäßlos und je nach Körperstelle unterschiedlich dick. Ihre Dicke beträgt durchschnittlich 0,1 mm. An besonders beanspruchten Körperstellen, wie z. B. den Fußsohlen, findet man häufig eine stark ausgeprägte Oberhaut, die bis zu 4 mm dick sein kann. Im Gegensatz dazu ist die Epidermis an mechanisch weniger beanspruchten Körperstellen, wie Achselhöhlen, Augenlidern oder Lippen, sehr viel dünner. Diese Hautbezirke sind in der Regel gegenüber äußeren Einflüssen (Sonnenlicht, Mechanik ...) sehr empfindlich. Die Oberhaut ist nochmals in mehrere mikroskopisch unterscheidbare Zellschichten unterteilt.
Die unterste einreihige Schicht (stratum germinativum) besteht neben Melanozyten (Pigmentbildung) vor allem aus Stammzellen, die durch Zellteilung ständig neue Hautzellen bilden. So werden die älteren Zellen innerhalb von 3 bis 4 Wochen nach außen geschoben. Sie verändern sich in den unterschiedlichen Epidermisschichten, sterben ab und verhornen in der äußersten Schicht (Hornschicht = stratum corneum). Durchschnittlich verliert der Mensch von der Haut etwa 0,5 – 1,5 g/ d in Form von Hornschuppen. Über der Hornschicht der Epidermis liegt eine dünne Schicht aus Hauttalg, der die Haut leicht hydrophobiert (Hydrolipid-Mantel).
Haut: Das Corium
Das Corium (Lederhaut) hat eine durchschnittliche Dicke von 1 mm und liegt direkt unter der Epidermis. Es besteht aus einem Geflecht von kollagenen, retikulären und elastischen Fasern, die das Bindegewebe bilden. Der Anteil an Kollagenfasern im gesamten Hautbindegewebe beträgt etwa 75%. Das Corium ist gut durchblutet und von Nerven- sowie Muskelfasern durchzogen. Durch die besondere Anordnung von Kollagen-, Retikulin- und Elastinfasern ist die Lederhaut einerseits fest, andererseits aber trotzdem dehnbar und elastisch.
Man unterteilt das Corium in zwei Schichten, die Papillarschicht und die Retikularschicht, auch Geflechtschicht genannt. Die obere Papillarschicht hat nach außen hin Zapfen, so genannte Papillen, die zur Festigkeit in die Epidermis hineinragen und diese mit Nährstoffen versorgen. Die darunterliegende Retikularschicht ist von engmaschigem Bindegewebe durchzogen, zwischen dem sich Haarfollikel, Nervenrezeptoren (Tastsinn, Temperatursinn), Talg- und Schweißdrüsen finden.
Die Verbindungsschicht (Basalmembran) zwischen Epidermis und Corium hat die Aufgabe, beide Hautschichten miteinander zu verbinden. Zudem bildet sie eine Art ›mechanischer Plattform‹ für die Epidermis und wirkt als partielle Barriere, die zwar Diffusion zulässt, aber größeren Molekülen oder Zellen das Eindringen verwehrt.
Haut: Die Subcutis
Unterhalb des Corium liegt die Subcutis (Unterhaut). Sie besteht aus Fettgewebe und ist fast in allen Körperregionen zu finden. Das Fettgewebe dient der Wärmeisolation und als Energiespeicher für den Körper.

